Konferenz “Arnold Zweig (1887-1968) – Schriftsteller, Zeitkritiker, Humanist”

Das Germanistische Institut der Schlesischen Universität/Katowice und die Schlesische Bibliothek/Katowice laden zur wissenschaftlichen Tagung ein:

Arnold Zweig (1887-1968)
Schriftsteller, Zeitkritiker, Humanist

Katowice, 29.-30. November 2018

Sein umfangreiches Werk stellt den Schriftsteller Arnold Zweig in eine Reihe mit großen deutschsprachigen Autoren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wie Thomas und Heinrich Mann, Franz Kafka, Alfred Döblin, Hermann Hesse, Robert Musil, Joseph Roth oder Lion Feuchtwanger. Im Laufe seiner annähernd sechzigjährigen Schriftstellertätigkeit hat er ein Dutzend Romane, etwa siebzig Erzählungen und Novellen, zehn Schauspiele, einen Gedichtband sowie Hunderte von Aufsätzen, Reden und Essays verfasst, die sich zu einem komplexen Bild einer ganzen Epoche zusammensetzen. Seine Weltanschauung wurde in hohem Maße durch die historischen Umbrüche seiner Lebzeiten geprägt, wozu die Hochphase der Industrialisierung, der Imperialismus, der Erste Weltkrieg, die Russische Revolution, der Untergang der ersten deutschen Republik sowie die Tragödie der Opfer der nationalsozialistischen Judenvernichtung zählen. Durch seine Werke wurde Zweig nicht nur als „Literaturproduzent“, sondern auch als „politischer Beobachter der Zeitenläufe“ (Wilhelm von Sternburg) bekannt.

Fünfzig Jahre nach seinem Tod scheint der Schriftsteller und sein literarischer Nachlass ein wenig in Vergessenheit geraten zu sein. Zur Beurteilung dieses Umstands ist es nicht ohne Bedeutung, dass er aufgrund seiner Entscheidung, sich nach der Rückkehr aus dem Exil in Ost-Berlin anzusiedeln, von den westdeutschen Germanisten jahrelang „für einen Schriftsteller der Vergangenheit, für einen Mann, der seinen Ruhm überlebt hat“ (Marcel Reich-Ranicki) gehalten wurde. Durch den Neudruck seiner Werke kann man zwar seit der Mitte der achtziger Jahre eine gewisse Wiederbelebung des Interesses am Dichter beobachten. Dennoch bleibt die Frage „Was weiß man heute noch von Arnold Zweig?“, die von der Publizistin Ursula Homann in ihrem Artikel anlässlich des 120. Geburtstags des Schriftstellers im Jahre 2007 gestellt wird, durchaus gerechtfertigt, denn der Umfang der Zweig-Forschung ist immer noch nicht zufriedenstellend, weder in Bezug auf deren biographische noch auf werkinterpretatorische Aspekte.

Das Ziel der von dem Germanistischen Institut der Schlesischen Universität veranstalteten Tagung ist es, das Schaffen des in seinen Jugendjahren mit der Stadt Katowice verbundenen Schriftstellers in den Fokus der Diskussion zu stellen und seine Werke im Lichte von biographischen, komparatistischen und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen einem breiteren Publikum näher zu bringen.

Besondere Aufmerksamkeit soll folgenden Aspekten geschenkt werden:

  1. Zweigs Werk aus Sicht moderner kulturwissenschaftlicher Theorien.
  2. Narrative Strategien des Schriftstellers vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Narratologie.
  3. Zweig und seine Zeitgenossen. Literarische Freundschaften.
  4. Arnold Zweig als gesellschaftspolitischer Beobachter und Zeitkritiker.
  5. Zweigs Werk im Hinblick auf Transnationalität und Transkulturalität.
  6. Arnold Zweig und die Heimatfrage.
  7. Zweigs Nachlass.
  8. Zweigs Rezeption in der Bundesrepublik Deutschland, Polen und anderen europäischen Ländern.
  9. Zweigs Werk in Übersetzungen.

Organisatorisches:

Termin: 29.-30.11.2018.
Ort: Biblioteka Śląska, Katowice.
Anmeldefrist: 15. Juni 2018.
Konferenzsprachen: Deutsch, Englisch und Polnisch.

Organisationskomitee:

Instytut Filologii Germańskiej Uniwersytetu Śląskiego
Biblioteka Śląska

Prof. Dr. Jan Malicki
Dr. habil. Universitäts-Prof. Renata Dampc-Jarosz
Dr. Grażyna Krupińska
Dr. Krzysztof Kłosowicz
Dr. Magdalena Popławska