Konferenz “Krieg in der Literatur, Literatur im Krieg”

Die Institute für germanische Philologie der Universität Wrocław (Breslau) und der Schlesischen Universität Katowice (Kattowitz) laden zusammen mit dem Seminar für Slavische Philologie der Georg-August-Universität Göttingen ein zu einer internationalen Konferenz zum Thema

Krieg in der Literatur, Literatur im Krieg

24.-26. Oktober 2018,
Schlesische Universität Katowice, im Bibliothekszentrum CINiBA, ul. Bankowa 11a

Am 11. November 2018 jährt sich zum hundertsten Male das Ende der Kampfhandlungen im Ersten Weltkrieg. Der Große Krieg wurde – und wird – als Ereignis empfunden, das unseren Kontinent grundlegend gewandelt hat. Er hat alte Gewißheiten umgeworfen und tiefe Wunden gerissen, die bis heute nicht zur Gänze verstanden worden sind.

Der Erste Weltkrieg wird zumeist als Vorläufer-Konflikt des Zweiten Weltkrieges gesehen; das ist richtig und wichtig. Es lohnt jedoch, auch die Gegenperspektive einzunehmen: Der Erste Weltkrieg als letzter Krieg des ‚langen’ neunzehnten Jahrhunderts, als (vorläufiger) Höhe- oder Tiefpunkt einer zivilisatorischen Entwicklung – der des ‚modernen’ Krieges nämlich –, deren Etappen u.a. der amerikanische Bürgerkrieg und der Krimkrieg bezeichnen, nachdem sie in den Napoleonischen Kriegen ihren Anfang genommen hat. Genau dies wollen wir auf der Konferenz „Krieg in der Literatur, Literatur im Krieg“ unternehmen.

Wir möchten Sie einladen, in einem Kreis von Literatur- und anderen Geisteswissenschaftlern zwei Kreisen von Fragestellungen nachzugehen:

Krieg in der Literatur

Wie spiegeln literarische Werke das Erlebnis des ‚modernen’ Krieges? Welche Haltung zur Knochenmühle des Ersten Weltkriegs und der Großkonflikte im neunzehnten Jahrhundert nehmen sie ein? Was wird, in ihrem Lichte, aus dem Menschen? Welche Ursachen für das Morden stellen sie fest? Von welchen Hoffnungen und Befürchtungen für die Zukunft künden sie?

In dieser Sektion können nicht nur im engeren Sinne literarische, sondern auch politische und philosophische Werke behandelt werden, wie z.B. die Schriften von Max Scheler und Werner Sombart zum Verhältnis von Deutschland und England. Zudem sind nicht lediglich Referate zur deutschsprachigen Literatur willkommen; wir freuen uns, wenn Sie über Werke aus anderen kontinentaleuropäischen Literaturen oder der angelsächsischen Welt sprechen möchten.

Literatur im Krieg

Während der Kriege im neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert haben Soldaten literarische und (im weiteren Sinne) philosophische Werke geschaffen, während sie an der Front oder in der Etappe dienten. Der berühmte Pädagoge Janusz Korczak etwa schrieb sein Werk Wie liebt man ein Kind zur Zeit des Ersten Weltkrieges, während er in einem Lazarett an der Ostfront Verwundete versorgte.

In welcher Weise reflektieren Werke, die in größter Nähe zum Töten und Getötet-Werden verfaßt worden sind, aber nicht von ihm handeln, den ‚modernen‘ Krieg? Stellen sie mitten im Zyklon eine heile Welt dar? Fliehen ihre Autoren vor der Realität oder werden sie zu Visionären, die sich – dies vor allem im Falle des Ersten Weltkrieges – bereits mit den Kalamitäten der Nachkriegszeit abmühen und mögliche Lösungen für die Zukunft entwerfen?

 

Wir grüßen Sie herzlich und freuen uns darauf, von Ihnen zu hören.

Dr. habil. Karsten Dahlmanns,
Institut für germanische Philologie, Schlesische Universität Katowice.
karsten.dahlmanns[at]us.edu.pl

Prof. Dr. Matthias Freise,
Seminar für Slavische Philologie, Georg-August-Universität Göttingen.
mfreise[at]uni-goettingen.de

Dr. habil. Grzegorz Kowal,
Institut für germanische Philologie, Universität Wrocław.
grzegorz.kowal[at]uwr.edu.pl

 

“Kleingedrucktes”

Die Konferenz wird in deutscher Sprache stattfinden.

Wir bitten Sie um Ihre Vorschläge für Referate bis zum 15. April 2018. Ihr Vortrag sollte bis zu zwanzig Minuten dauern. Bitte teilen Sie uns mit, welche Medien sie nutzen möchten (Powerpoint-Präsentation etc.).

Es wird angestrebt, die Referate in einem deutschsprachigen Konferenzband zu veröffentlichen. Arbeitstitel: Karsten Dahlmanns, Matthias Freise, Grzegorz Kowal (Hrsg.), Krieg in der Literatur, Literatur im Krieg.

Der Band soll in der ersten Hälfte des Jahres 2019 erscheinen, nachdem die eingereichten Texte (1) von den Herausgebern akzeptiert worden sind und (2) das übliche Peer-Review-Verfahren durchlaufen haben. Wenn es die finanziellen Rahmenbedingungen erlauben, wird der Band in einem renommierten deutschen Verlag publiziert werden.

Ein Konferenzbeitrag in Höhe von 250 PLN oder 60 Euro wird bis zum 1. Juni 2018 erbeten. Darin sind enthalten: Die Teilnahme an der Konferenz selbst; Catering (Imbisse während der Kaffeepausen, Mittagessen); zwei Übernachtungen in einem Hotel in Katowice (Doppelzimmer); die Veröffentlichung Ihres Textes, sofern er angenommen wird. Nach Maßgabe der Einwerbung weiterer Mittel werden wir diese Bedingungen verbessern.

 

Wir danken dem Österreichischen Kulturforum in Warschau für seine freundliche Unterstützung.